THC-Rechner: THC-Abbau und Blutwert grob einschätzen

THC-Wert-Rechner

Schätzen Sie anhand von Konsummenge, THC-Gehalt, Konsumform, Konsumhäufigkeit und vergangener Zeit einen möglichen THC-Bereich im Vollblut und Blutserum.

Was wurde konsumiert?

Bei mehreren Konsumzeitpunkten können weitere Einträge ergänzt werden.

THC im konsumierten Material 0 mg THC
Vollblut und Blutserum sind nicht dasselbe

THC-Konzentrationen liegen im Plasma bzw. Blutserum typischerweise höher als im Vollblut. Der Rechner verwendet für die zentrale Modellumrechnung den Faktor 1,6. Für den Schätzbereich wird zusätzlich eine Modellspanne von 1,5 bis 1,7 berücksichtigt.

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Vollblut international verwendete Messmatrix
0,0 ng/ml
Schätzbereich: 0,0–0,0 ng/ml
Beispiele: Washington verwendet 5,0 ng/ml THC im Vollblut. Colorado verwendet ebenfalls 5,0 ng/ml Vollblut, dort jedoch als zulässigen Hinweis auf eine Beeinflussung.
× 1,6 Modellumrechnung
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Blutserum in Deutschland maßgebliche Matrix
0,0 ng/ml
Schätzbereich: 0,0–0,0 ng/ml
Deutschland: Gesetzlicher THC-Grenzwert: 3,5 ng/ml im Blutserum.
Rechnerische Modellumrechnung 0,0 ng/ml Vollblut × 1,6 ≈ 0,0 ng/ml Serum
Gesetzlicher THC-Grenzwert in Deutschland 3,5 ng/ml Blutserum

Geschätzter THC-Verlauf

Modellierter Verlauf vom ersten erfassten Konsum bis zum aktuellen Zeitpunkt

Blutserum Vollblut Schätzbereich
Ansicht
Wichtig:

Dieser Rechner liefert eine modellbasierte Schätzung. THC-Werte können selbst bei gleicher Dosis erheblich zwischen verschiedenen Personen und Konsumsituationen schwanken. Der tatsächliche THC-Wert kann nur durch eine Blutuntersuchung bestimmt werden.

Das Ergebnis darf nicht verwendet werden, um zu entscheiden, ob ein Kraftfahrzeug geführt werden kann.

Wie wird der THC-Wert geschätzt?

1. Wie viel THC wurde konsumiert?

Zunächst berechnet der Rechner aus der Cannabismenge und dem angegebenen THC-Gehalt, wie viel THC im konsumierten Material enthalten war.

Beispiel: 0,3 g Cannabis mit 20 Prozent THC enthalten rechnerisch 60 mg THC. Diese Menge entspricht nicht automatisch der THC-Menge, die tatsächlich in den Blutkreislauf gelangt. Beim Rauchen beeinflussen unter anderem Zugverhalten, Inhalation und Verluste bei der Verbrennung die tatsächliche Aufnahme.

2. Wie wird der frühe THC-Verlauf modelliert?

Nach inhalativem Cannabiskonsum steigt die THC-Konzentration innerhalb weniger Minuten stark an. Anschließend fällt der Wert zunächst sehr schnell ab. Danach wird der Verlauf zunehmend flacher.

Der Rechner orientiert die Höhe des frühen Peaks und den Abfall während der ersten Stunde an kontrollierten Humanstudien. Für Zwischenwerte werden die gemessenen Konzentrationsverläufe rechnerisch angenähert.

Nach der ersten Stunde verwendet das Modell eine langsamere terminale Phase. Deshalb lässt sich der THC-Verlauf nicht wie Alkohol mit einem festen Abbauwert pro Stunde berechnen.

3. Warum spielt die Konsumhäufigkeit eine Rolle?

Bei gelegentlichem Konsum wird kein vorbestehender THC-Restspiegel angenommen. Bei regelmäßigem Konsum kann dagegen bereits vor einem neuen Konsum noch THC im Blut vorhanden sein.

Das gilt besonders für täglichen und mehrmals täglichen chronischen Konsum. Der Rechner berücksichtigt deshalb in diesen Kategorien einen zusätzlichen möglichen Restspiegel und einen langsameren späteren Verlauf.

Die verwendeten Restspiegel sind Modellannahmen und keine festen biologischen Werte. Studien mit chronisch häufig konsumierenden Personen zeigen jedoch, dass aktives THC auch nach längeren Abstinenzphasen noch im Blut nachweisbar sein kann.

4. Warum zeigt der Rechner Vollblut und Blutserum?

THC verteilt sich nicht gleichmäßig auf die verschiedenen Blutbestandteile. Deshalb unterscheiden sich THC-Konzentrationen im Vollblut und im Plasma beziehungsweise Blutserum.

Für lebende Personen wurde in einer Untersuchung zur Abschätzung von Plasmawerten aus Vollblut ein Multiplikationsfaktor von ungefähr 1,6 vorgeschlagen. In einer kontrollierten Cannabisstudie wurden beispielsweise gleichzeitig median 50 ng/ml THC im Vollblut und 76 ng/ml im Plasma gemessen.

Vollblut × 1,6 ≈ Plasma-/serumnahe Modellschätzung

Der Rechner verwendet 1,6 als zentralen Modellfaktor. Für den Schätzbereich wird zusätzlich mit 1,5 bis 1,7 gerechnet. Diese Spanne dient der Modellierung und ist kein festes medizinisches Referenzintervall. Das tatsächliche Verhältnis kann auch außerhalb dieses Bereichs liegen.

Ein Labor multipliziert einen gemessenen Vollblutwert nicht einfach pauschal mit diesem Faktor. Vollblut, Plasma und Serum sind unterschiedliche Probenmatrizes und werden analytisch entsprechend untersucht. Die Umrechnung im Rechner dient ausschließlich dazu, unterschiedliche Angaben vergleichbar darzustellen.

5. Warum ist Vollblut international interessant?

Deutschland bezieht den THC-Grenzwert des § 24a StVG ausdrücklich auf Blutserum. Andere Rechtsordnungen verwenden dagegen Vollblut.

Im US-Bundesstaat Washington liegt das gesetzliche THC-Kriterium bei 5,0 ng/ml im Vollblut. Die dortige Vorschrift legt ausdrücklich fest, dass die THC-Konzentration in Nanogramm pro Milliliter Vollblut bestimmt wird.

Colorado verwendet ebenfalls 5,0 ng/ml THC im Vollblut. Die rechtliche Bedeutung unterscheidet sich jedoch: Ab diesem Wert entsteht dort eine zulässige Schlussfolgerung auf eine cannabisbedingte Beeinflussung. Auch unterhalb von 5,0 ng/ml kann eine Fahrt bei festgestellter Beeinträchtigung verfolgt werden.

6. Warum stehen 3,5 und 5,0 ng/ml in der Grafik?

Die blaue Referenzlinie bei 3,5 ng/ml zeigt den deutschen THC-Grenzwert im Blutserum.

Die graue Referenzlinie bei 5,0 ng/ml zeigt zum Vergleich das in Washington verwendete THC-Kriterium im Vollblut. Die beiden Werte dürfen nicht direkt miteinander verglichen werden, ohne die unterschiedliche Probenmatrix zu beachten.

Colorado wird nicht als eigene Grenzwertlinie eingezeichnet, da die dortigen 5,0 ng/ml zwar ebenfalls auf Vollblut bezogen sind, rechtlich jedoch eine andere Bedeutung besitzen.

7. Was bedeuten die drei Grafikansichten?

Die Gesamtansicht zeigt den vollständigen modellierten Verlauf einschließlich der sehr hohen frühen THC-Spitze.

Die Ansicht bis 50 ng/ml vergrößert den mittleren Bereich. Frühere Konzentrationen oberhalb von 50 ng/ml werden dabei am oberen Rand abgeschnitten.

Die Ansicht bis 10 ng/ml konzentriert sich auf den Bereich der rechtlichen Referenzwerte. Zusätzlich wird die Zeitachse automatisch auf den späteren Verlauf fokussiert, sobald der modellierte Serumwert wieder in diesen Bereich gelangt.

8. Wie sicher ist die Schätzung?

Der ausgegebene Bereich ist kein medizinisches Konfidenzintervall und keine Vorhersage eines später tatsächlich gemessenen Laborwertes. Bereits unter kontrollierten Studienbedingungen unterscheiden sich THC-Aufnahme, Spitzenkonzentration und Konzentrationsverlauf deutlich zwischen verschiedenen Personen.

Der Rechner soll deshalb Größenordnungen und typische Verläufe verständlich machen. Einen individuellen Blutwert kann er nicht bestimmen.

Quellen

  1. Giroud, C., Ménétrey, A., Augsburger, M., Buclin, T., Sanchez-Mazas, P. & Mangin, P. (2001). Delta(9)-THC, 11-OH-Delta(9)-THC and Delta(9)-THCCOOH plasma or serum to whole blood concentrations distribution ratios in blood samples taken from living and dead people. Forensic Science International, 123, 159–164. PubMed
  2. Schwope, D. M., Karschner, E. L., Gorelick, D. A. & Huestis, M. A. (2011). Identification of recent cannabis use: whole-blood and plasma free and glucuronidated cannabinoid pharmacokinetics following controlled smoked cannabis administration. Clinical Chemistry, 57(10), 1406–1414. PubMed
  3. Hunault, C. C. et al. (2008). Delta-9-tetrahydrocannabinol serum concentrations and pharmacological effects after smoking cannabis containing up to 69 mg THC. Psychopharmacology, 201, 171–181. PubMed
  4. Kauert, G. F. et al. (2007). Pharmacokinetic properties of delta9-tetrahydrocannabinol in serum and oral fluid. Journal of Analytical Toxicology, 31, 288–293. PubMed
  5. Bundesrepublik Deutschland. § 24a Abs. 1a Straßenverkehrsgesetz: 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Gesetzestext
  6. Washington State Legislature. RCW 46.61.502 und RCW 46.61.506: 5,00 ng/ml THC; Blutuntersuchung auf Basis von Vollblut. RCW 46.61.502
  7. Colorado Department of Transportation. Drugged Driving Frequently Asked Questions: 5 ng/ml Delta-9-THC im Vollblut als „permissible inference“. Colorado DOT